Einfache Wahrheiten:
Als es nur wenige Bücher über das Rembetiko gab, hatten diese wenigen einen großen Einfluss. Wer auch immer etwas gelernt hat, verdankt es auch diesen Büchern. Solange es keine anderen Bücher gab – ob bessere oder nicht –, konnte natürlich niemand etwas aus anderen, besseren Büchern lernen, auch wenn viele sich das selbst beigebracht haben.
Das verleiht jenen Büchern also einen gewissen Wert. Heute sprechen wir über Pagjatis, ein andermal über Petropoulos, und sagen dabei im Großen und Ganzen dasselbe.
Es vergingen Jahre, beinahe ganze Generationen, und die Welt wurde durch fundiertere Bücher bereichert – die ihrerseits möglicherweise ebenfalls den älteren Büchern etwas verdanken. Das Wissen insgesamt ist vorangeschritten. Wir haben also ein besseres Urteil entwickelt, um jene wenigen alten, wegweisenden Bücher zu beurteilen. Und wir kommen zu dem Schluss, dass sie für ihre Zeit immer wegweisend bleiben, für unsere Zeit aber möglicherweise völlig überholt sind.
Das ist alles. Wir sprechen ihnen ihren Wert nicht ab, es ist einfach so – oder jedenfalls beurteilen einige von uns die Dinge so. Kaum ein Wissensgebiet, das über mehrere Generationen hinweg gepflegt wurde, stützt sich weiterhin auf die Bücher, mit denen es ursprünglich etabliert wurde. Das Wissen schreitet immer weiter voran, manchmal werden die ursprünglichen Annahmen völlig umgestoßen, und ein Wegbereiter kann sich mit der Zeit in jedem einzelnen Wort als falsch erweisen – bildlich gesprochen –, behält aber immer seinen Platz in der Geschichte seines Fachgebiets.
Und ganz praktisch:
Wer heute anfängt, die Dromoi (musikalischen Modi) bei Pagjatis zu lernen, wird eine ganze Menge Irrtümer übernehmen, die die Menschen um ihn herum längst ausgeräumt haben. Natürlich ist das, was Pagjatis als Hidschaz bezeichnet, tatsächlich Hidschaz. Ich meine damit, dass es durchaus auch Bruchstücke korrekter Informationen gibt, aber das reicht nicht.